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Einblick in die ungarische Weingeschichte

Die ungarischen Weinherstellungstraditionen sind ein wichtiger Bestandteil des Nationalerbes. Die Position der Winzer, ob Vor oder Nachteilhaft, die Qualität und die Verlässlichkeit des ungarischen Weins haben schon immer die politische Situation des Landes widerspiegeln können.

Die ersten Siedler und der Wein

Wein hatte schon immer eine bedeutende Rolle im Leben der altungarischen Stämme, sowohl als gesunder Trank als auch als Symbol der Treue und des Rituals. Reisende der damaligen Zeit wie auch Chroniken, unter anderem die Byzantinische Enzyklopädie erwähnen die große Anzahl von Weingärten im Heimatland der Ungarn deren wichtigste Getränke zu dieser Zeit Milch und Wein waren.

In dieser Zeit wie auch später im Mittelalter wurden Vereinbarungen durch die Parteien mit einem Glas Wein besiegelt. Das Ritual der Besiegelung eines Paktums durch Blut wurde durch Herodotos in Beziehung mit Ungarn verwandten Leuten beschrieben einige Byzantinische Chroniken erwähnen sogar die Ungarn selbst. Man kann annehmen, dass die Blutbesiegelungen, die die verschiedenen Stämme zur ungarischen Nation vereinte durch reichliches Weintrinken begleitetet wurden.

Unter allen lebenden europäischen Sprachen hat nur die griechische und die ungarische ein wirklich ursprüngliches Wort für Wein. Alle anderen Sprachen benutzen ein Derivativ des Lateinischen Nomens "vinum". Diese Umstände lassen die Schlussfolgerung zu, das einige der ungarischen Weinanbau und Winzertraditionen bis zu den Leuten zurückzuführen sind, die damals das Ursprungsland besiedelten.

21 Jahrhunderte Wein auf ungarischem Land

Die ersten archäologischen Funde in Verbindung mit Trauben und Wein (der Dobogó Berg bei Keszthely, die Analyse von Pollenablagerungen rund um den Balaton durch Zólyomi Bálint) gehen zurück bis zu den Kelten ins 1.Jh. n.Ch.. Die Funde am nördlichen Ufer des Balatons bestätigen eine ununterbrochene Weinkultur zu der Zeit der ungarischen Besiedelung und noch davor.

Diese Kontinuität macht Sinn. Bis zur zweiten Hälfte des 19.Jh. gab es hier keine Epidemien, die die Weinberge hätten befallen können, auch waren die Hügel gegen Frost, der irreparable Schäden hätte entstehen lassen können, geschützt. Auch ist Wein eine sehr strapazierfähige Pflanze mit guten Überlebensfähigkeiten. Ist es zu schattig, klettert die Pflanze um etwas Sonne zu bekommen auch Büschen und Bäumen empor.

Als die Ungarn das Land besiedelt hatten nahmen sie das Christentum an. Als eines der Resultate wurde die Weinproduktion noch wichtiger und die Weinflächen vergrößerten sich nach und nach. Missionare brachten eine hohe Anzahl an Innovationen im Anbau und in der Herstellung mit sich.

Die Gründung des ungarischen Weins

Einerseits, das Arbeiten mit Wein beruhte auf antiken Traditionen die die Ungarn aus den Kaukasischen Gebirgen, tief aus Asien mit sich brachten. Andererseits hatten wir die lokale Version lateinischen Weinkönnens, speziell in der Gegend um den Balaton. Auch wurde Wissen durch Benedektiener-Missionare, durch Reiselehrer und immigrante Siedler aus Italien, Burgund und dem Rheingebiet importiert. Diese sehr farbenfreudige Erbschaft kombiniert mit den sehr verschiedenen Erdbeschaffenheiten und verschiedene Mikroklima waren die Instrumente um in gut definierten Anbaugebieten einzigartige ungarische Weine entstehen zu lassen.

In der Zeit der Árpád und Anjous Häuser (bis 1387 n.Ch.) fand eine ungestörte Weinproduktion statt, auch der Außenhandel wurde nicht durch die internationale Politik oder durch ausländische Kräfte gestört. Neben Gold, Kupfer und Silber war Wein das wichtigste ungarische Exportgut. Die damalige Weinkultur wurde auch dadurch unterstützt, dass die Weinproduktion als Königin aller landwirtschaftlichen Tätigkeiten galt.

Schriften belegen, dass die besten Anbauregionen sehr wohl bekannt, geschützt und anerkannt waren. Die Produktion in diesen Gebieten war streng geregelt. Das königliche Haus hatte sein eigenes Weingut in der Gegend der 7 Káler Dörfer am nördlichen Ufer des Balatons.

Die Weingüter waren rund umzäunt und mit Toren versehen.

Weinproduzenten hatten spezielle Rechte und Verantwortlichkeiten die erfüllt werden mussten, und ihnen war es erlaubt Weine frei zu kaufen bzw. zu verkaufen.

Lokale Weinverwaltungen, später bekannt als Promontorien werden erstmals 1271 erwähnt. Dokumente die sich mit dem Ursprung einiger Weine beschäftigen und speziell das Budaer Buch des Rechts aus dem 14. Jh. tragen zur Regelung der Weinberge und der Anwendung der Weingesetzte bei. Eine antike Tradition besagt, dass alle sich mit Wein beschäftigenden Leute demselben Recht unterstehen egal welcher Gesellschaftsschicht sie entstammen.

Es galt den politischen Umständen, dass die Zeit der Árpáds und Anjous die goldene Zeit des ungarischen Weins war. Das wird unter anderem durch die Schrift des Byzantinischen Historikers Constantin Manassos bewiesen, der 1175 schrieb: "Die Ungarn sind ein unabhängiges Volk, sie werden niemandem dienen. Sie gehen stolz, sind frei und mögen ihre eigenen Meister sein…."

Das soziale und politische Durcheinander in der Zeit von 1542 bis 1683 brachte der Weinproduktion und Weinkultur wenige Vorteile. Eine Ausnahme bildet die 32 jährige Regierungszeit von König Matthias, zu dessen Zeit die fortschrittlichen Tage wiederkehrten. Als der König neue Sorten aus der Gegend um Burgund bringen ließ, begann in Ungarn die Rotweinproduktion, als erstes in der Budaer Weinregion.

Die Jahrhunderte der Ottomanen Belagerung (1542-1683) und des Habsburger Absolutismus (1565-1867) waren schwere Zeiten für die Weinproduktion. Als die Ottomanen Truppen 1542 Buda einnahmen, wurde das Zentrum des ungarischen Weinhandels zerstört. In den besetzten Gebieten (Pécs, Villány, Buda - mit Ausnahme von Kecskemét) wurden die Weinberge dem Hinfall überlassen.

Ab 1565 erstellte man in der Österreichischen Provinz Regelungen um ungarischen Wein fernzuhalten. Eine Ausnahme bildeten nur Weine der Gegend Sopron, Ruszt und Bratislava. Das bedeutete dass der ungarische Weinexport auch nach Polen untersagt wurde. Das war zu der Zeit als der Botrytisaszú beliebt wurde, der bis 1523 nur in der Szerémség Gegend hergestellt wurde. Nun beteiligten sich mehrere Regionen an der Aszú Herstellung wie auch die Balaton Region, Somló, Ruszt und Tokaj. Zu dieser Zeit übernahm Tokaj die Rolle der Aszúproduktion von der Szeremség Gegend, da die dortigen Tarcal Weinhügel 1523 an die Ottomanen fielen. Zu dieser Zeit begann der Tokajer Aszú seine Karriere um die Welt zu erobern. Die Popularität dieser Weine wurde auch durch Königin Maria Teresa stark unterstützt.

Als 1772 Galizien zur österreichischen Provinz erklärt wurde, wurde der ungarische Wein praktisch von der Außenwelt abgeschnitten, da der Zollring der Habsburger das Land praktisch völlig umschloss.

Die Krise der Überproduktion aufgrund der Zollregelungen hatte eine katastrophale Differenzierung unter den Winzern zur Folge. Die meisten von ihnen gehen zur Massenproduktion über und beginnen einen Preiskrieg um die Weine verkaufen zu können. Die daraus entstandene traurige Situation des ungarischen Weins wird von István Széchenyi beschrieben.

Einige wenige Winzer und die Handelselite allerdings erkannten schnell, dass Massenproduktion eine Sackgasse ist. Diese Leute adaptierten Wachstumsmethoden und wissenschaftliches Können das sich in den westlichen Ländern schon bewährt hatte, sie organisierten professionelle Weiterbildungskurse um gegen die Situation, die sich ergeben hatte anzukämpfen. Angeführt durch Schlüsselfiguren wie György Festesics, János Nagyváthy, Ferenc Pethe, István Szécsenyi, Ferenc Schams, Lajos Mitterpacher und József Fábián publizierten sie eine Anzahl an Fachbüchern und gaben auch das erste ungarische Weinjournal im Jahre 1858 heraus.

Der Ausgleich im Jahr 1867, ein wichtiges Geschehen in der Geschichte der Österreich-Ungarischen Monarchie öffnete die Torre für die ungarische Weinproduktion und für den Export. Dank der stark professionellen Institutionen gelang ein schneller Wechsel in Richtung Qualität und das "Wunder des ungarischen Weins" erwachte wieder. Doch gab es auch große Schwierigkeiten zu dieser Zeit wie z.B. die Milbeninvasionen der Jahre 1864 und 1875 bzw. die Phylloxera Epidemie im Jahr 1875. In dieser Zeit entwickelte sich die Organisation der Weinproduktion schnell, die Regelungen wurden gestrafft und bis ins letzte Detail erarbeitet.

1875 war das Jahr in dem der Vorgänger des Nationalen Institutes für Weinqualifikation gegründet wurde. Das erste umfassende Weingesetz wurde 1893 vom Parlament verabschiedet. Die Abgeordneten nahmen an, dass Weinfälscher dem ganzen Land schaden könnten. Als eine Konsequenz dessen würden Käufer das Vertrauen gegenüber dem bisher ausgeführten Wein verlieren, der damit auch seine Glaubwürdigkeit verliere und nicht oder nur für sehr wenig Geld zu verkaufen sei. Deshalb solle jeder der sich mit Weinproduktion beschäftigt schriftlich erfasst werden auch jene, die ihn verkaufen oder in der Bewirtung anbieten. So solle bestraft werden der den Staat hintergeht und jeder der von solchen Personen kauft. 1895 verabschiedete das Parlament das Weinkommunengesetz, das den Weinursprungsschutz und die Repräsentation der Weinbauern und Winzer auf einer neuen Grundlage erfasste. 1896 gründete Gyula Istvánffy die zentrale Forschungsstation für Ampelologie und das Institut für Ampelologie. Diese Organisationen galten der Weiterbildung und der vinikulturellen Schulung auf Grund, Mittel und Höherer Ebene. Auch wurden Institutionen gegründet um die Weinherstellungsmethoden zu kontrollieren.

Zwischen 1896 und 1915, in der Zeit des ersten Kampfes gegen Phylloxera wurden 90% der ungarischen Weinanbaugebiete wiederbepflanzt. Dies gelang durch vorteilhafte Kredite des Nationalen Kreditverbandes. Nach dem Jahrhundertwechsel konnte man die ersten Ergebnisse der gelungenen Rekonstruktion verzeichnen. Dann 1920, nach dem Krieg war Ungarn erneut in der Falle verschiedener Zollhindernisse gefangen. Die meisten Absatzmärkte und ein drittel der Anbaugebiete waren verloren. Als erstes versuchte der Staat den Weinbauern durch ein Netz so genannter öffentlicher Weinkeller zu helfen, aber es stellte sich schnell heraus, das dies eine unglückliche Entscheidung war und es entstanden umgehend Genossenschaften. Auch wurde das den Wein betreffende Rechtssystem zu dieser Zeit reformiert.

Zwischen 1938 und 1948 und noch einige Jahre danach erlebte die ungarische Weinproduktion eine schnelle Entwicklung, abgesehen von den schweren Zerstörungen des Weltkrieges. Ein landesweites Verzeichnis aller Weinanbaugebiete wurde erstellt. Dieser Prozess wurde durch die Diktatur, erzwungen durch die Sowjetische Besatzung, schnell beendet. Die ungarische Weinproduktion und die Märkte wurden zerstört, Weinanliegen wurden verstaatlicht, die Leute zum Umzug gezwungen, die Landwirtschaft zentralisiert. Der Weinanbau ging wieder in Richtung Massenproduktion.

Nach 40 Jahren missverstandener ökonomischer Vorschriften sehen wir heute eine Art Wiedergeburt. Die Weinkommunen sind auferstanden, Familienbetriebe erscheinen wieder und einige leisten vorbildhafte Arbeit. In kürzester Zeit kann dieser Sektor aufblühen und nahezu einer halben Million Menschen das Leben erleichtern.

Gastronomische Traditionen

Die ungarische Küche stützt sich auf Wein, genau wie auch die französischen, italienischen und spanischen kulinarischen Traditionen. Die ersten schriftlichen Belege hierzu finden wir bei Galeotto Marzio aus dem Jahre 1484. "Die Ungarn haben eine große Tradition bezüglich des Essens und des Trinkens während ihrer Feste und sie trinken viele verschiedene Weine. Während der größten Feste werden viele verschiedene Weine angeboten". Obwohl sowohl die ungarische Küche, als auch ungarischer Wein einen nationalen Charakter haben wäre es nicht richtig lokale Spezialitäten zu unterschätzen. In letzter Zeit hat sich auch in Ungarn eine alte Weißheit behauptet, denn wo Weinkonsum höher als Konsum gebrannter Getränke ist, dort gibt es viel weniger Alkoholismus.

Da seit der Zeit nach 1990 wieder große ungarische Weine am Horizont erscheinen sind die besten Restaurants schnell bereit mitzuspielen. Die meisten bieten eine beeindruckende Auswahl an Weinen an. Auch wurde der Sommelierberuf wieder entdeckt und gehört zur guten Ausstattung jedes feinen Restaurants.